Geierbienen: Honig aus verrottendem Fleisch

Bild von image4you /pixabay. (Diese Abbildung zeigt eine Hummel und wurde gewählt, weil es keine Stockfotos von Geierbienen gibt).

Sie leben in Bienenstöcken, sie fliegen auf der Suche nach Nahrung herum, sie produzieren Honig, um ihre Jungen zu ernähren. Aber ihren Honig machen sie aus faulendem Fleisch.

Warum fressen Geierbienen Aas?

Wissenschaftler glauben, dass Geierbienen irgendwann auf den Verzehr von Fleisch übergegangen sind, weil die Konkurrenz um Nahrung in ihrem Lebensraum sehr groß ist.

Wie machen sie den Honig?

Die Geierbiene frisst Fleisch von einem Kadaver und lagert den Speisebrei in ihrem Honigmagen, einer speziellen magenähnlichen Struktur. Zurück im Bienenstock erbricht sie das Fleisch in das Maul einer Arbeitsbiene, die es verarbeitet. Die Arbeiterbiene sondert dann eine proteinreiche Substanz ab, die Honig ähnelt.

Mehr Fakten über Geierbienen.

Die stachellosen Insekten leben im Dschungel Süd- und Mittelamerikas. Sie sind nicht dazu in der Lage, Pollen zu sammeln und haben daher eine Vorliebe für faules Fleisch entwickelt. Sie greifen aber keine Lebewesen an, sie essen nur Aas.

Wie können die Insekten Fleisch verarbeiten?

Zuallererst haben sie einen zusätzlichen Zahn an ihrem unteren Kiefer. Den brauchen sie, um das Fleisch aus einem Kadaver herauszuschneiden. Außerdem haben sie Hilfe. Hilfe von den Mikroben, die in ihrem Verdauungstrakt leben. Diese Mikroben helfen ihnen, das Protein zu verdauen und Antibiotika zu produzieren. Diese Antibiotika bekämpfen schädliche Mikroben, die auf verrottendem Fleisch wachsen. Dies sind die gleichen Mikroben, die verhindern, dass Hyänen und Geier nach dem Verzehr von verwesenden Kadavern krank werden.

Wie sieht Geierbienenhonig aus?

Geierbienenhonig ist klar und hat eine hellbraune Farbe. Der Geschmack soll leicht süßlich sein. Er ist viel dicker als Honig aus Pollen und Nektar. Theoretisch kann ein Mensch auch diesen Honig essen. Zu wissen, woher er kommt, macht ihn jedoch wahrscheinlich weniger appetitlich als herkömmlichen Honig.

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Qellen:

  • CAMARGO, J. M., & ROUBIK, D. W. (1991). Systematics and bionomics of the apoid obligate necrophages: the Trigona hypogea group (Hymenoptera: Apidae; Meliponinae). Biological Journal of the Linnean Society44(1), 13-39.
  • Figueroa, L. L., Maccaro, J. J., Krichilsky, E., Yanega, D., & McFrederick, Q. S. (2021). Why Did the Bee Eat the Chicken? Symbiont Gain, Loss, and Retention in the Vulture Bee Microbiome. Mbio12(6), e02317-21.

Published by Katrin Heidemeyer

Katrin Heidemeyer ist Doktorandin im Bereich Biochemie an der Wageningen University and Research. Durch ihre Arbeit möchte sie das Wissen über die Spezifität von Hormon-Signalen in Pflanzen erweitern. Da ihre Interessen über Pflanzenbiologie hinausreichen, schreibt sie in ihrer Freizeit über diverse Themen. Von Ernährung zu Psychologie, der Neugierde sind keine Grenzen gesetzt.

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