Impfstoff verhindert HIV-Infektion bei Frauen

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Bild von jason sackey/Pixabay 

Die Prävention von HIV-Infektionen hat einen Meilenstein erreicht- Mit einem neuen Medikament, das intravenös verabreicht wird und sich als wirksamer als orale Medikamente erwiesen hat. Dies teilte das Pharmaunternehmen Viiv Healthcare in einer Pressemitteilung im November 2020 mit.

Junge Frauen sind in Afrika (südlich der Sahara) am stärksten gefährdet, sich mit HIV zu infizieren. Dies zeigt eine Statistik der Organisation UNAIDS, die die Daten im Auftrag der Vereinten Nationen erhebt.

Diese Frauen könnten in Zukunft geschützt werden, indem ihnen alle zwei Monate das neue Medikament Cabotegravir verabreicht wird. Es kann eine HIV-Infektion bei Frauen um 89 Prozent wirksamer verhindern als Truvada, eine Pille, die täglich eingenommen werden muss. Das Pharmaunternehmen Viiv Healthcare hat diese Ergebnisse einer klinischen Studie im November veröffentlicht und hofft auf eine baldige Zulassung des Arzneimittels.

Laut UNAIDS machten 2019 Frauen im Durchschnitt 50 Prozent der HIV-infizierten Bevölkerung in Afrika (südlich der Sahara) aus. Unter den 15- bis 19-Jährigen waren fast 85 Prozent der Betroffenen Mädchen (siehe Grafik). Außerdem waren Frauen im Alter von 15 bis 24 Jahren doppelt so häufig mit HIV infiziert wie Männer.

Um junge Frauen zu schützen haben die Forscher von Viiv Healthcare zum ersten Mal Cabotegravir an weiblichen Probanden getestet. Bei Männern hat sich das Medikament bereits als 66 Prozent wirksamer als Truvada gezeigt.

HIV-Infektion

Im Jahr 2019 lebten weltweit 38 Millionen Menschen mit einer HIV-Infektion, von denen rund 70 Prozent Medikamente erhielten, die die Menge an aktivem Virus im Körper reduzieren sollen: die so genannte Viruslast. Dies verringert die Wahrscheinlichkeit, AIDS-bedingte Krankheiten zu entwickeln und das Virus auf andere zu übertragen.

Doch weltweit sind sich rund 7,1 Millionen Menschen ihres HIV-Status nicht bewusst und können andere unwissentlich mit der Krankheit infizieren. Darüber hinaus ist der Geschlechtsverkehr nicht immer einvernehmlich oder Kondome werden generell abgelehnt. Deswegen sind andere Mittel wichtig, mit denen junge Frauen sich vor HIV schützen können.

HIV und AIDS vorbeugen

Eine HIV-Infektion ist kein Todesurteil mehr. Betroffene können den Ausbruch von AIDS durch die Einnahme von Medikamenten vorbeugen. Darüber hinaus kann eine Infektion heutzutage medikamentös verhindert werden. Doch bisher verwendete Mittel zum Schutz müssen täglich eingenommen werden, was laut Angaben von Viiv Healthcare für viele Gefährdete schwierig ist. Deswegen hat der Konzern eine Art Impfstoff namens Cabotegravir entwickelt, der effizienter ist als bisherige Wirkstoffe und nur alle zwei Monate verabreicht werden muss.

Fakten zur klinischen Studie

Die Tatsache, dass die Wirksamkeit von Cabotegravir im Vergleich zu Truvada bei Frauen mit 89 Prozent sogar noch höher ist als bei Männern, zeigt, wie wichtig es ist, dass beide Geschlechter in klinischen Studien vertreten sind.

Es ist jedoch zu beachten, dass Cabotegravir keinen 100-prozentigen Schutz bietet, besonders dann, wenn die Behandlung vorzeitig abgebrochen wird. Wer absolut sicher gehen will, sollte weitere Maßnahmen in Erwägung ziehen, besonders, wenn der Partner wissentlich HIV-positiv ist. Außerdem birgt der HIV-Impfstoff das Risiko, dass das Virus mit der Zeit gegen Cabotegravir resistent werden könnte. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Behandlung frühzeitig beendet wird, wie die Wissenschaftler, die die Studie durchgeführt haben, zugaben.

Die Zukunft

Die Wirkung von Cabotegravir wird in der klinischen Studie von Viiv Healthcare deutlich. Es kann die am stärksten von einer HIV-Infektion bedrohten Menschen in Afrika schützen: junge Frauen. Die nächste Herausforderung wird darin bestehen, den Wirkstoff an die Bedürftigen zu verteilen und das Risiko für sie zu verringern.



Quellen:

  • Global HIV & AIDS statistics — 2020 fact sheet

Global HIV & AIDS statistics — 2020 fact sheet | UNAIDS

Published by Katrin Heidemeyer

Katrin Heidemeyer ist Doktorandin im Bereich Biochemie an der Wageningen University and Research. Durch ihre Arbeit möchte sie das Wissen über die Spezifität von Hormon-Signalen in Pflanzen erweitern. Da ihre Interessen über Pflanzenbiologie hinausreichen, schreibt sie in ihrer Freizeit über diverse Themen. Von Ernährung zu Psychologie, der Neugierde sind keine Grenzen gesetzt.

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