Glück im Unglück- Die Grippe und die Pandemie

Flu, Corona, virus, respiratory disease, influenza

Bild von silviarita auf Pixabay 

Im Herbst und Winter 2020 sind viel weniger Menschen an der Grippe erkrankt als in der vorigen Saison, wie das Robert Koch Institut (RKI) meldet. Dadurch sind mehr Krankenhaus-Betten für Covid-Patienten frei. Eine stärkere Grippewelle hätte also noch drastischere Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung zur Folge gehabt.

In diesem Jahr wurden dem RKI deutlich weniger Atemwegserkrankungen gemeldet als in der Vorsaison. Unter Atemwegserkrankungen fallen beispielsweise eine von Grippe- oder Corona-Viren verursachte Infektion. Beide Viren (und diverse andere) können durch Testverfahren nachgewiesen werden und müssen bei positivem Befund an das RKI gemeldet werden.

Die niedrige Rate an gemeldeten Atemwegserkrankungen könnte dadurch zu erklären sein, dass weniger Menschen zum Arzt gehen als sonst, weil sie fürchten, sich im Wartezimmer mit dem Coronavirus anzustecken.

Die Anzahl der Patienten, die zumindest zur Beobachtung einer Atemwegserkrankung, in ein Krankenhaus eingeliefert werden mussten, ist in dieser Grippesaison bisher so hoch wie in den vergangenen Jahren. Doch das liegt hauptsächlich an der Pandemie. Denn: Waren es zu dieser Jahreszeit sonst oft Grippepatienten, sind nun 60 % der akuten Atemwegserkrankungen im Krankenhaus Covid-Patienten.

Seit der Influenza-Saison 2017/18 lassen sich jährlich mehr Menschen gegen die Grippe impfen. Damals hatte das Virus besonders stark zugeschlagen und etwa 25.000 Tote gefordert. Zu Beginn der Grippezeit im November 2020 ließen sich etwa 60 % mehr Menschen impfen als im November 2017, wobei der Trend jährlich gleichbleibend gestiegen ist.

Ob die Influenza in dieser Saison weniger aggressiv ist, ist noch nicht bekannt. Doch eines ist klar: Wären Grippeinfektionen in der Saison 2020/21 auf einem gleichen Stand, wie in den vergangenen Jahren, stünden weniger Krankenhausplätze für Covid-Patienten zur Verfügung und damit wären wahrscheinlich noch härtere Maßnahmen zur Eindämmung beider Viren nötig. Wir haben also dieses Jahr Glück im Unglück.



Quellen:

Paul-Ehrlich-Institut – Influenza-Impfstoffe (pei.de) Stand 27.11.2020

RKI (Arbeitsgemeinschaft Influenza) Stand KW 51. 2020

Schätzungen des RKI: Besonders viele Grippetote 2017/2018 | tagesschau.de

Published by Katrin Heidemeyer

Katrin Heidemeyer ist Doktorandin im Bereich Biochemie an der Wageningen University and Research. Durch ihre Arbeit möchte sie das Wissen über die Spezifität von Hormon-Signalen in Pflanzen erweitern. Da ihre Interessen über Pflanzenbiologie hinausreichen, schreibt sie in ihrer Freizeit über diverse Themen. Von Ernährung zu Psychologie, der Neugierde sind keine Grenzen gesetzt.

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