Krebs mit mRNA therapieren

Bild von fernandozhiminaicela/Pixabay

Seit der Corona-Pandemie sind mRNA Impfstoffe in aller Munde. Mit der mRNA Technologie kann man aber viel mehr machen als vor einer Virusinfektion schützen. Mediziner können damit auch Krebs behandeln.

Neben der Chemotherapie und der Bestrahlung, gibt es noch andere Ansätze, um Krebs zu behandeln. Mit so genannten Immuncheckpoint-Inhibitoren hilft man dem körpereigenen Immunsystem ein bisschen auf die Sprünge. So kann der Körper die bösartigen Zellen selbst beseitigen. Doch das funktioniert nicht bei allen Patientinnen und Patienten. Deswegen haben Forschende aus den USA eine Methode entwickelt, bei der mRNA diese Therapie noch verbessert.

Was sind Immuncheckpoint-Inhibitoren?

Teile des Immunsystems, die T-Zellen können Krebszellen erkennen und zerstören. Krebszellen wiederum können sich quasi maskieren und werden so nicht von den T-Zellen als bösartig erkannt. Die Maskierung kann allerdings von Medikamenten aufgehoben werden. Diese Medikamente nennt man Immuncheckpoint-Inhibitoren. Mit ihnen kann das Immunsystem den Krebs besser besiegen.

Warum funktioniert die Therapie nicht bei allen?

Die US-Wissenschaftler haben herausgefunden, warum die Immuncheckpoint-Inhibitoren Therapie bei manchen Hautkrebs Patientinnen und Patienten nicht funktioniert: Ihren T-Zellen fehlt ein bestimmtes Protein (NKG7 genannt). Wenn die Zellen es nicht selbst produzieren, kann man sie dann dabei unterstützen?

Wie hilft mRNA den Krebs zu behandeln?

mRNA ist wie der Bauplan für körpereigene Proteine. Unsere Körper nutz sie jeden Tag, um zu funktionieren und sich zu regenerieren. Man kann die mRNA auch spritzen und den Körper so dazu bringen, Proteine zu produzieren, die er normalerwiese nicht selbst oder in geringeren Mengen ausbildet. So funktionieren auch die mRNA Impfstoffe gegen Corona (mehr Details hier).

Die US-Wissenschaftler haben die T-Zellen der Hautkrebspatient*Innen mit mRNA behandelt und sie so dazu gebracht, NKG7 zu bilden. Damit hat dann auch die Behandlung mit Immuncheckpoint-Inhibitoren funktioniert. Bisher haben die Wissenschaftler die Behandlung nur im Labor getestet. In Zukunft könnte die Therapie mit mRNA das Immunsystem unterstützen, um die Menge an Krebszellen zu verringern und zu verhindern, dass der Krebs streut.


Quellen

  • Immun-Checkpoint-Inhibitoren – Altmeyers Enzyklopädie – Fachbereich Dermatologie (Gesichtet 15.12.21, 17:30 Uhr)
  • Barham, W. J., Wen, T., Li, Y., Zhang, H., Liu, C., Hirdler, J., … & Dong, H. (2021). NKG7 mRNA therapy increases the anti-tumor cytotoxicity of CD8 T cells.

Published by Katrin Heidemeyer

Katrin Heidemeyer ist Doktorandin im Bereich Biochemie an der Wageningen University and Research. Durch ihre Arbeit möchte sie das Wissen über die Spezifität von Hormon-Signalen in Pflanzen erweitern. Da ihre Interessen über Pflanzenbiologie hinausreichen, schreibt sie in ihrer Freizeit über diverse Themen. Von Ernährung zu Psychologie, der Neugierde sind keine Grenzen gesetzt.

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